Die Autoindustrie macht Ernst mit der emissionslosen und umweltfreundlichen Mobilität: Nach dem Sportflitzer Tesla Roadster starten ab 2010 auch alltags- und familientaugliche Mobile wie der Nissan Leaf, VW Up, Mitsubishi i-MiEV und sein Zwilling Peugeot i0n.Bloss: Wo soll der Strom für all die Elektromobile herkommen? Klar, aus der Steckdose. Aber wenn Tausende solcher Autos zum Laden eingestöpselt werden, steigt der Bedarf gewaltig. Und damit die Gefahr von Netzüberlastungen oder gar Totalausfällen. «Wir rechnen bis 2030 mit einer Verdopplung des Strombedarfs», sagt Wolfgang Dehen, Chef der Energie-Sparte von Siemens.
Bisher werden Verbrauchsspitzen durch Reservekraftwerke oder Stromzukäufe aus dem Ausland gedeckt. Künftig sollen intelligente Stromnetze, so genannte «Smart Grids», den Saft effizienter verteilen.
Der Verbrauch wird dazu laufend ermittelt und gezielt die nötige Strommenge bereitgestellt. Ein solches System ist bei uns bereits bei der Arbon Energie AG in Betrieb.
Elektroautos werden dabei nicht nur Verbraucher sein: «Überschussenergie im Netz lässt sich in ihren Batterien zwischenspeichern», sagt Eckardt Günther, der bei Siemens für die Smart Grid-Entwicklung zuständig ist. Das lohnt sich auch finanziell, weil der Strompreis aktuell aus Nachfrage und Angebot berechnet wird: Nachts wird das Auto billig geladen, tagsüber bei Strombedarf die Energie teurer ins Netz zurückgespeist.
In Europa sind zwei Drittel aller dampfbetriebenen Kraftwerke – darunter auch die Kernkraftwerke – älter als 25 Jahre. Bei der nötigen Erneuerung oder die Umstellung auf nachhaltige Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse soll die intelligente Technik gleich eingebaut werden. Der Ausstoss klimaschädlichen CO2 könnte bis zum Jahr 2020 um eine Milliarde Tonnen gesenkt werden. Da hat auch die Natur was davon.








