IGEL hat berechtigte Annahme zu mangelnder Aufsicht einer möglicherweise abzeichnenden Energiederivaten-Blase bei der AXPO-Tochter Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg EGL. Die IGEL Interessengemeinschaft Glasfaser und Energie setzt sich für eine langfristig gesicherte und kostengünstige Elektrizitätsversorgung im Kanton Luzern ein. Bei unseren Nachforschungen über die Gründe des rund 40% höheren Strompreises im Kanton Luzern im Vergleich zu den AXPO-Kantonen sind wir auf erhebliche Energie-Derivate bei der EGL gestossen.
Diese Energie-Derivate haben sich vom Jahr 2003 - 2007 jährlich verdoppelt. Energie-Derivate sind vereinfacht gesagt Finanzprodukte, die auf zukünftigen Strom-Liefer- bzw. Bezugsverträgen basieren. In der Vergangenheit sind deswegen die amerikanische ENRON und auch viele Banken in Verruf bzw. Schieflage geraten, weil die verbundenen Risiken falsch eingeschätzt wurden und es zu massiven Verlusten kam.
Unsere Nachforschungen bei der FINMA, der Finanzmarktaufsicht des Bundes, haben ergeben, dass diese Derivatgeschäfte, weil hauptsächlich an der ausländischen Strombörse EEX gehandelt, nicht durch die FINMA beaufsichtigt werden. Auch die Elektrizitätskommission ELCom erhalte nicht genügend Daten, um diese Risiken abschliessend einschätzen zu können.
Da inzwischen auch bei der EEX-Strombörse der Ruf einer Marktmanipulation immer lauter wird (Kraftwerkskapazitäten werden bewusst zurückgefahren um den Strompreis in die Höhe zu treiben), sieht IGEL immer mehr Parallelen zum ENRON-Fall in den USA vor Jahren.
Im Interesse der langfristig gesicherten und kostengünstigen Elektrizitätsversorgung auch des Kantons Luzern fordert IGEL die zuständigen Behörden zur Analyse der eingegangenen Risiken bei der EGL und zur Eindämmung der Auswirkungen derselben auf unsere Volkswirtschaft auf.
Hier finden Sie den Brief an die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA als pdf.
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